Gedankenverloren, zu tief in etwas vertieft, gleite ich aprupt auf völlig vereister Fahrbahn mit dem Rad aus. Den Aufschlag abfedernd habe ich noch Glück. Prellungen sind das Resultat. Durchleuchtungen des Orthopäden weisen nur auf leichte Verletzungen hin. Man nimmt sich Zeit für mich.
Die Interpretation des Moments: Bleib doch auch der Realität verhaftet und nutze den Aufprall. Nicht für einen Paradigmenwechsel aber für eine nette Tageslosung: Augen auf!
An welches Buch erinnert man sich gern? Seltsamerweise, also in meinem Fall, ist es oft David Guterssons "Schnee, der auf Zedern fällt". Das las ich am Strand in Jütland. Letztens fiel mir bei meinem Nachbarn auf, das in der ganzen Wohnung überhaupt keine Bücher waren. Da was so eine Leere. Von aussen Audi usw., von innen Kachelfussboden, Flachbild TV, Bose-Anlage. Und nirgendwo ein Buch. Ach, ich schweife ab.
Die Mitte des Lebens im Visier, grauwerdend, aber nur ansatzweise. Manchmal jungenhaft in den Gedanken. Häufig in sich lachend.
Im positiven Sinne melancholisch.