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20
Sep
2009

Auszüge aus: Improvisation von Adam Zagajewski

Man muß die ganze Last der Welt auf sich nehmen
und sie leicht machen, erträglich.
Sie über die Schulter werfen
wie den Rucksack und losziehen.

Am besten abends, im Frühjahr, wenn
die Bäume ruhig atmen und die Nacht schön
zu werden verspricht, im Garten Ulmenzweige knistern.

Die ganze Last? Blut und Häßlichkeit? Unmöglich.

Immer wird ein bitterer Geschmack im Mund bleiben
und die ansteckende Verzweiflung der alten Frau,
die du gestern in der Tram gesehen hast.

Warum sollen wir lügen? Freudige Erregung
existiert nur in der Phantasie und vergeht schnell.

Improvisation – immer nur Improvisation,
anderes kennen wir nicht, klein oder groß.

Es sieht am Ende alles viel schlimmer aus, ganz anderes, als es der schöne Schein verspricht.
Es ist gegen das Traurige und Verpfuschte im Leben kein Kraut gewachsen.
Nichts hilft gegen das Grau, die Eintönigkeit, eine Trauer,
die von der herrlichsten Elegie nicht geheilt wird.

Doch vielleicht gibt es vor uns verborgene Dinge,
in denen sich Melancholie und Begeisterung mischen,
immer, täglich, wie die Geburt des Morgens
am Meer, oder nein, warte,
wie das freudige Lachen der beiden kleinen Ministranten
in weißen Chorhemden, an der Ecke Johannes- und Markusstraße,
weißt du noch?
Sturznest - 9. Okt, 18:41

Ein grandioses Gedicht

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2009 - Ein Rückblick

Westlich. Suchend.

Was bleibt?

Die Mitte des Lebens im Visier, grauwerdend, aber nur ansatzweise. Manchmal jungenhaft in den Gedanken. Häufig in sich lachend. Im positiven Sinne melancholisch.

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Zuletzt aktualisiert: 16. Dez, 09:56